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Fan-Reporter: Deutschland vs. Georgien

24116277_10154899985886861_1345560517_oNun war es einfach da – das viel diskutierte und umstrittene Nationalmannschaftsfenster für die Qualifikationsspiele für große FIBA Turniere. Das Auftaktspiel, ein enorm wichtiger Schritt für den weiteren Verlauf auf der langen Reise zu einem heiß begehrten Ticket für die WM 2019 in China. Deutschland empfing Georgien in der Messehalle in Chemnitz. Der Gegner, noch bestens bekannt aus dem Vorrundenspiel der diesjährigen EM, ein schwieriger und physisch starker Konkurrent aus Gruppe G, die von Österreich und Serbien vervollständigt wird. Man war vorgewarnt, dass dies kein leichtes Spiel werden würde. Die Stimmung in der Halle war ab der ersten Minute super. Die Ränge waren voll. Einige hundert Georgier machten ebenfalls Dampf in der schönen, kompakten Messehalle. Es konnte losgehen mit dem ersten Länderspiel für Henrik Rödl als Cheftrainer der A1 Nationalmannschaft.

 

  1. Viertel

Rödl schickte Doreth, Tadda, Benzing, Barthel und Zirbes als erste Fünf auf das Parkett. Ab der ersten Minute spielte Deutschland sehr aggressive Defense. Man wollte dem Gegner schnell zeigen wer hier der Hausherr ist. So erzwangen unsere Jungs gleich mal in den ersten Minuten eine 24 Sekunden Überschreitung seitens Georgien. So ging es weiter: harte Defense, Blocks und zweite Chancen durch gute Reboundarbeit prägten das erste Viertel.  Mitte des ersten Viertels gab ein schöner Alley Oop noch mehr Grund für die vielen Trommler und deutschen Fans zu jubeln und Lärm zu machen. Auffällig in den ersten Minuten war, dass die Schiedsrichter ein körperbetontes Spiel zuliessen und wenig Fouls abpfiffen. Trotz eines Maik Zirbes, der ein ums andere Mal mit starker Reboundarbeit und put backs glänzte, konnte Deutschland nicht davonziehen. Drei 3er der Georgier in wenigen Minuten egalisierte den Spielstand auf 11-11 nach 6 gespielten Minuten. Darauf folgten schnelle und leider erfolglose Abschlüsse der Deutschen, die sie für kurze Zeit von ihrer Erfolgsspur abbrachten. Der 4. Dreier der Georgier zwang Henrik Rödl zur ersten Auszeit. Das Spiel hatte bis dahin so gut wie keine Unterbrechungen gehabt und so bekamen alle eine kurze Verschnaufpause zur rechten Zeit. Kurz nach der Auszeit verwandelt der gerade eingewechselte Hartenstein einen 3er und die Halle tobt. Weiter geht es mit wenigen Fouls und einem tollen Spielrythmus. Es geht rauf und runter und nach 10 gespielten Minuten steht es 18-18. Da gegen Ende des Viertels die Trefferquoten beider Manschaften nachlassen, kann keine sich so recht absetzen. Erwähnenswert ist schon jetzt die Dreierquote der Georgier, da gleich mehrere Spieler einen sehr guten Tag jenseits dieser Linie erwischt hatten: 5/9 Dreier sind herausragend und der Grund warum sie zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel waren.

 

  1. Viertel

24138941_10154899985891861_1431874277_oDie zweiten 10 Minuten beginnen mit einem Dreier vom eingewechselten Akpinar. Die Georgier antworten ihrerseits mit ihrem Lieblingswurf. Es entwickelt sich in der Folge ein munteres Run and Gun Spiel mit schnellen Abschlüssen und wenigen Unterbrechungen. Deutschland hält sich mit harter, effektiver Reboundarbeit im Spiel. Barthel, Hartenstein und Zirbes stechen hier heraus und machen gegen die physisch starken Georgier einen super Job. Demoralisierend auf Zuschauer und Spieler wirken jedoch ein wenig die vielen Dreier der Georgier. Nach einem wirklich sehenswerten Fastbreak der beiden Big Man Thiemann und Hartenstein, netzt Georgien einen Dreier zur Führung ein. Es steht 28-29. Nach einem weiteren Dreier führen die Gäste mit 4 Punkten. Daraufhin wird Benzing, der den ganzen Abend schon Deutschland mit seinen Scorer Fähigkeiten auf die Anzeigetafel bringt, beim Dreier gefoult. 3/3 Freiwürfen sind drin. Diese Aktion bringt die benötigte Ruhe rein. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt Benzing und legt noch einen 2er nach. Die Trefferquote bei Georgien ist besser geworden und sie setzen sich mit 35-41 etwas ab. Die vielen mitgereisten georgischen Fans sind lautstark zu hören und feuern ihr Team an. Beide Fanlager machen die hitzige Atmosphäre an diesem Abend aus. Man spürt die Wichtigkeit dieses ersten Qualifikationsspiels während jedem Viertel. Deshalb ist es umso wichtiger, das Robin Benzing 13 Sekunden vor Ende der 1. Halbzeit Deutschland mit einem Erfolgserlebnis in die Pause schickt: Er wird beim erfolgreichen Dreier gefoult. Freiwurf drin, Vierpunktspiel. Mit 40-41 geht es in die Kabinen. Die wichtigsten Stats zur Pause: 9 Offensive Rebounds auf deutscher Seite. 16 Punkte von Benzing, 54,5% Trefferquote bei den Dreiern auf georgischer Seite (12/22) und insgesamt 10 Führungswechsel.

 

  1. Viertel

Zur 2. Halbzeit beginnen Doreth, Tadda, Benzing, Hartenstein und Zirbes. Mit den ersten Punkten lässt sich keine der Mannschaften lange Zeit. Beide punkten zu Auftakt mit einem Zug zum Korb. Die Fans sind ab der ersten Minute wieder da und sorgen für eine super Stimmung, welche dieses Spiel aber auch verdient hat. Auf deutscher Seite sticht Zirbes Anfang des dritten Viertels hervor mit 5 Punkten in Folge. Deutschland führt mit 47-46. Die Georgier antworten mit einem Dreier. Hartenstein punktet unterm Korb im Nachfassen. Beide Teams spielen härtere Defense als in der 1. Halbzeit. Der Einsatz auf beiden Seiten ist sehr hoch. Jede Situation ist hart umkämpft. Das Spiel wird nun langsamer, strukturierter, die Trefferquoten schlechter, die Fouls häufen sich. Das Run and Gun Spiel ist passé. Es scheinen beide Trainer diesen Stil wohl in der Halbzeit angesprochen zu haben und ihre Teams halten sich an die Angaben. Mehr Systeme werden gespielt. Nach 6 gespielten Minuten steht es 55-55. Unsere Big Man stechen in diesem Spiel hervor. Wie schon erwähnt kann Zirbes unter dem Korb Akzente setzen, aber auch Thiemann erarbeitet sich mit guter Reboundarbeit zweite Chancen und darf zwei Mal in Folge an die Freiwurflinie. Barthel vollendet einen schönen Mini Hook Shot zur 60-55 Führung und zwingt den georgischen Trainer zur Auszeit. Die zeigt Wirkung und so geht es nach erfolgreichen Offensivaktionen des Gegners mit einem 60-61 Rückstand in das letzte Viertel.

 

  1. Viertel

24140077_10154899985896861_405519149_oDie Zuschauerzahl wird bekannt gegeben: 5037 Fans können sich auf ein sehr spannendes, wichtiges, letztes Viertel freuen. Der eingewechselte Andreas Obst führt sich gut ein und trifft einen Dreier. Das hat so gut geklappt, dass er im darauffolgenden Angriff es noch einmal probiert und trifft zur 68-61 Führung für Deutschland! Einen besseren Zeitpunkt für einen kleinen Lauf hätte es nicht geben können. Euphorisches Abklatschen auf der deutschen Bank, Auszeit Georgien. Die, zugegeben kurze Durststrecke der Georgier wird durch, wie kann es anders sein am heutigen Abend, mit einem Dreier beendet. 68-64 und noch 7 min. zu spielen. Doreth nimmt nun das Tempo etwas raus. Es soll strukturierter Systembasketball gespielt werden. Als das nicht so klappt wie gewünscht nimmt Rödl bei noch 6 min zu spielen eine Auszeit. Sie zeigt Wirkung: Barthel trifft unterm Korb nach einem schönen Durchstecker von Zirbes. Anschließend blockt Zirbes einen Dreierversuch der Georgier. Die Halle steht Kopf, denn Zirbes sprintet nach dem Block nach vorne, zieht zum Korb und trifft zum 72-64. Deutschland kann die Führung ausbauen und Georgien hat sein Fortune von der Dreierlinie aufgebraucht. Es folgen ein paar hitzige Minuten und Rudelbildung wie beim Fußball. Es ist das letzte Aufbäumen von Georgien. Wenn nicht jetzt, wann dann? Aber unsere Jungs halten stark dagegen. Thiemann mit einem super Steal an der Mittellinie führt zu einem Fastbreak Dreier von Benzing aus der Ecke. Die Halle schreit, bejubelt sie doch die höchste Führung Deutschlands an diesem Abend: 77-64. Ein Dreier der Georgier verkürzt nochmal auf 9 Punkte, aber dieses Spiel lässt sich Deutschland nicht mehr nehmen. Wir gewinnen verdient mit 79-70 an diesem Abend.

 

Robin Benzing, Deutschland’s Kapitän, ist Topscorer mit 25 Punkten, 3 Rebounds und 3 Assists. Ebenfalls stark am heutigen Abend Maik Zirbes mit 17 Punkten und 5 Rebounds. Viel Unterstützung kam auch von der Bank mit insgesamt 28 Punkten. Am Ende noch die Info auf die alle warten: die Dreierquote der Georgier: 16/34. Das sind 47,1%. Dreierquote Deutschland: 8/17, ergibt ebenfalls 47,1%!

Am Ende bleibt eine starke Performance unserer Jungs zum Auftakt wichtiger Quali-Spiele und zwei hart kämpfende Teams, die sich in einigen Monaten am 25.02.18 in Georgien zum Rückspiel treffen. Mal sehen wer da die bessere Dreierquote haben wird.

Text und Fotos von Kathrin Prelle

28.11.2017 | 0 Kommentare

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