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Fan-Reporterin: Deutschland vs. Serbien

28503759_10155120689966861_674482021_oDas zweite Nationalmannschaftsfenster für die WM-Quali-Spiele hielt am heutigen Abend ein Topspiel bereit: Der erste und zweite ihrer Gruppe, Deutschland und Serbien, standen sich in der Fraport Arena in Frankfurt gegenüber.

Ausverkauft mit insgesamt 5.000 Zuschauern war die Halle voll und die Stimmung, auch durch hunderte angereister Serben, äußerst hitzig und intensiv. So auch die Action auf dem Feld! Schließlich ging es um die Tabellenführung in dieser Gruppe und nicht nur das: jedes Spiel in der WM-Qualifikation für die WM 2019 in China zählt. Alle Ergebnisse fließen ein in die Platzierung für die kommende Runde, die im November 2018 und Februar 2019 abschließend entscheidet, wer das begehrte Ticket nach China löst.

 

1. Viertel

Die erste Fünf von Deutschland: Akpinar, Tadda, Benzing, Barthel, Zirbes.

Das Spiel beginnt und gleich bei den ersten Angriffen punkten beide Mannschaften. Die Serben finden sehr schnell in ihr Spiel und versenken zwei Zweier und auch einen Dreier. Benzing wird unterm Korb gefunden und der Kapitän gleicht aus. Die Gäste treten auffällig selbstbewusst auf, aber das kann man als amtierender Vize-Welt- und Europameister (!) auch tun. Eine hohe Trefferquote bei Serbien und eine schlechte bei Deutschland führt in den ersten Minuten zu einem schnellen 4-10- und dann sogar zu einem 6-14-Rückstand für unsere Jungs. Henrik Rödl nimmt nach viereinhalb Minuten die erste Auszeit. Doch auch die Auszeit beeindruckt die Serben nicht und treffen in ihrem ersten Angriff danach den nächsten Dreier. Die Führung ist auf 11 Punkte angewachsen, ehe Andreas Obst einen sehr wichtigen Dreier für Deutschland trifft. Barthel legt mit einem schönen Move unterm Korb nach. Die Deutschen sind angekommen in diesem Spiel. Auch wenn die Serben im folgenden Angriff noch einen Dreier einstreuen, die Stimmung unglaublich laut und aufgehitzt ist – die Jungs behalten die Nerven und spielen ihre Systeme durch. Obst legt mit einem Zweier nach und es folgt ein Dreier von Giffey, der Bayern- und Serben-Coach Sasa Djordjevic zur ersten Auszeit auf Seiten der Gäste zwingt.

Es steht 16 – 20 und es sind noch zwei Minuten zu spielen.

Es folgt ein Fast Break der Deutschen mit unsportlichem Foul an Andi Seiferth. Die Freiwürfe bringen etwas Ruhe in die hitzige Stimmung. Zur Viertel-Pause ist Deutschland bis auf 6 Punkte dran. 20 – 26.

 

2. Viertel

Rödl schickt Doreth, Obst, Giffey, Seiferth und Hartenstein in das nächste Viertel.

Die ersten Punkte für Deutschland fallen durch ein schönes Rolling von Seiferth unterm Korb. Deutschland lässt schön den Ball laufen um die freien Mitspieler zu finden. Im ganzen Spiel merkt man wie die Last auf alle Schultern verteilt ist und jeder im Team seinen Teil in allen Kategorien beiträgt. Mit einem schönen Tip In im nachfassen punktet Hartenstein. Darauf folgt ein perfekter Fastbreak, eines der Highlights dieses Spiels: Giffey mit dem Steal, Saibou dribbelt und sprintet nach vorne, aber anstatt selber beim Layup eventuell gefoult oder geblockt zu werden, macht er einen Bodenpass hinterm Rücken zu dem heransprintenden Hartenstein, der den Ball dann nur noch durch die Reuse prügelt! Die Halle steht Kopf! Es steht 26 – 26!

Ab jetzt beginnt die Phase in der beide Teams sehr ausgeglichen agieren und es zu einem auf und ab, einem rauf und runter mit mehrmals wechselnden Führungen kommt.

Wer auf serbischer Seite im ganzen Spiel schwer zu stoppen ist, ist ihre Nummer 13, der Star Miroslav Raduljica. In der ersten Halbzeit macht er 13 Punkte, im ganzen Spiel 22: ein Monster am Brett, schwer auszuboxen und zu verteidigen. Aber unsere Jungs machen das trotzdem sehr gut. Hartenstein, Seiferth, Zirbes und Barthel machen ihm das Leben schwer, und sichern ein ums andere Mal wichtige Rebounds für Deutschland und verteidigen mit allem was sie haben. Das Spiel ist ab der ersten Minute sehr intensiv geführt, physisch und mit großem Aufwand agieren beide Mannschaften in der Verteidigung.

Ein Dreier von Ismet Akpinar zur rechten Zeit bedeutet die erste Führung für Deutschland. 29 – 28. Beide Teams haben nun bessere Trefferquoten und die Stimmung wird nochmals besser in der Halle. Einen Dreier von Serbien beantwortet Benzing ebenfalls mit einem Dreier. Deutschland wechselt viel durch, alle bekommen Spielzeit. Den Serben wird das Leben schwer gemacht, sie verlegen nun öfter mal Dinger unterm Korb. Deutschland spielt im Angriff viel Pick and Roll und lässt viel den Ball laufen. Jeder Rebound und jedes Aufposten sind hart umkämpft, aber den Spielfluss stört das zu diesem Zeitpunkt nicht. Erst gegen Ende pfeifen die Schiedsrichter einiges ab und es gibt viele Freiwürfe zu sehen. Serbien scheint am Drücker zu sein. Ein wichtiger Dreier von Benzing lässt die Serben aber nicht wieder davon ziehen. Zur Pause steht es 40 – 41.

Topscorer bis dahin sind Benzing und Raduljica mit jeweils 13 Punktem. Auffällig ist, dass die deutsche Bank mehr Punkte macht als die serbische, 20-11, dass aber die Serben bei den Points in the paint vorne liegen, 18-12. Alle 24 Spieler haben Spielzeit gesehen, ein Indiz dafür wie die Last auf alle Spieler verteilt wird und die Kräfte eingeteilt werden müssen. 17 mal hat die Führung in den ersten beiden Vierteln gewechselt.

 

3. Viertel

Den Auftakt nach der Pause machen Akpinar, Obst, Benzing, Barthel und Zirbes.

Es ist weiterhin das enge Spiel mit wechselnden Führungen. Beide Teams nehmen aber etwas das Tempo raus und spielen mehr ihre Systeme durch. Es ist nun sehr foulintensiv und die Schiedsrichter pfeifen mehr ab als in Durchgang Eins.

Nach 3 min haben beide Teams jeweils 2 Fouls. Es fallen wenig Punkte, da das Spiel nun noch defensiv betonter wird. Zirbes verwandelt 2 Freiwürfe und einen Druchstecker-Dunk. Serbien trifft in kurzer Zeit 2 Dreier und es steht 46 – 47.

Eine schwierige Phase in der unsere Jungs aber dagegen halten und dran bleiben und sich von den regelmäßigen Dreierbomben nicht runterziehen lassen. Fast bei jedem Angriff wechselt die Führung. Hartenstein und Benzing können punkten und es steht nach einem Buzzer Beater Dreier der Serben 57 – 59 zur letzten Viertelpause.

4. Viertel

In de letzten 10 min werden Doreth, Giffey, Tadda, Seiferth und Hartenstein geschickt.

Relativ am Anfang des Viertels setzt Hartenstein wieder eines der Highlights und Ausrufezeichen im deutschen Spiel: Im Angriff verliert er den Ball, sprintet nach vorne dem serbischen Fast Break hinter her, und liefert einen Monster Block ab, der die Halle zum Beben bringt! Alles schreit. Die 23 der Serben, Ilija Djokovic, eiskalt mit dem Dreier zur Antwort. Sein zweiter Buzzer Beater Dreier an diesem Abend. Aber sofort kontern wir mit einem Fast Break abgeschlossen von Hartenstein, weil die serbische Defense ausnahmsweise pennt. Saibou danach mit einem wichtigen Dreier zum Ausgleich: 62 – 62, noch 7 min zu spielen. Eine sehr gute Phase für Deutschland läuft. Ein Dreier von Doreth lässt die Führung auf 5 Punkte anwachsen. Serbien antwortet mit einem Dreier. Jetzt folgt eine der Schlüsselszenen im 4.Viertel: die Serben haben einen Fast Break, den sie nicht erfolgreich abschliessen können. Giffey im Gegenzug wird angespielt und trifft den layup mit Foul! And1 zur richtigen Zeit! Die Halle steht und Serbien mit der Auszeit. 69 – 65.

Dann Zirbes mit dem 2er, noch 4 min zu spielen. Serbien spielt weiterhin aggressiv ist aber in dieser Phase mit wenig Wurfglück ausgestattet. Auch auf deutscher Seite fallen nun die Bälle nicht. Wenn die Serben nochmal vorbeiziehen dann jetzt, denken sich auch die serbischen Fans und erhöhen die Dezibelzahl in der Halle nochmal.

Barthel und Raduljica treffen unterm Korb. 74 – 71 und noch 2 Minuten.

Beide Teams haben 5 Mannschaftsfouls und es werden viele Freiwürfe genommen. An diesem Abend lässt Serbien dort ein paar Punkte liegen. Hartenstein macht die Zone dicht und blockt 2 mal die Wurfversuche der Serben. Wieder Freiwürfe für Deutschland. Akpinar trifft und es steht 79 – 74. Den Buzzer Beater Dreier von Benzing wird leider vom Schiedsrichter nach Videobeweis nicht mehr gezählt, aber der Jubel kennt trotzdem keine Grenzen nach Abpfiff!

Heute abend wurde ein riesen Schritt in Richtung WM 2019 in China gemacht und einen der Medaillenanwärter geschlagen! Diese Jungs machen Spaß und zerreißen sich für dieses Team und dieses Land.

Fotos und Text Kathrin Prelle

26.02.2018 | 0 Kommentare

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