21. bis 23. August | ERGO Supercup 2015

Rückblick: ERGO Supercup Tag 1 – Sieg gegen Lettland

 

Energisch redete Dirk NowiSupercup_1tzki immer wieder auf die Schiedsrichter ein. Sogar ein technisches Foul holte sich der neben dem Spielfeld so geruhsame 2,13-Meter-Mann ab. Auf dem Parkett mussten er und seine Teamkollegen gegen Lettland einiges einstecken. Das erste Spiel beim ERGO Supercup in der InselParkhalle in Hamburg stellte sich für die deutsche Nationalmannschaft und ihre Galionsfigur als echter Härtetest heraus – den nicht nur Nowitzki bereits mit vollem Einsatz und Ernst anging.

Am Ende stand für die deutschen Korbjäger ein 85:80-Erfolg zu Buche, den Trainer Chris Fleming nach den „vorher unbefriedigenden Ergebnissen” mit den beiden Niederlagen gegen Kroatien „sehr positiv” einschätzte. „Wir wollten das Spiel schneller machen und mit langen Pässen und schnellen Dribblings für Tempo sorgen. Das ist uns gelungen, wofür besonders Dennis Schröder, der die beste Performance in diesem Sommer gezeigt hat, und Maodo Lo ein Lob auszusprechen ist”, verriet der Coach seine taktischen Vorgaben.

Von dem hohen Tempo war allerdings zu Beginn der Partie wenig zu sehen. Schnell zeigte zwar Schröder (insgesamt 22 Punkte/drei Assists) seine Klasse, seine Mitspieler konnte aber auch er zunächst nicht in gute Wurfpositionen bringen. Die Letten dagegen starteten aggressiv und gingen bis zur 4. Minute durch ihr energischeres Spiel mit 10:6 in Führung. Fleming reagierte mit der ersten Auszeit. Besserung stellte sich aber nicht unmittelbar ein.

Zwar erzielte Nowitzki, der mit elf Punkten und zehn Rebounds auf ein Double-Double kam, in der 5. Minute per Freiwurf seinen ersten Zähler, doch nur wenige Sekunden später knickte Maik Zirbes bei einer Rebound-Aktion um und musste vom Feld getragen werden. Der Centerspieler kehrte nicht mehr zurück, was Fleming zu der Aussage brachte: „Ich mache mir natürlich große Sorgen um ihn, da man nicht weiß, was dabei herauskommt. Jetzt warte ich auf den Anruf vom Doktor.”

Sein Vertreter Tibor Pleiß, der mit 21 Punkten und sieben Rebounds seine beste Vorstellung zeigte, seit er vor einigen Wochen zum Nationalteam gestoßen war, sorgte gemeinsam mit dem ebenfalls stark auftretenden Robin Benzing zum Ende des ersten Viertels für eine 24:21-Führung. „Das war ein grandioses Spiel, aber ohne meine Mitspieler wäre so eine Leistung nicht möglich gewesen”, sagte Pleiß später.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts entlud sich dann der Frust bei Nowitzki, der immer wieder hart von seinen Gegenspielern attackiert wurde und nie wirklich seinen Wurf fand. Nachdem die Schiedsrichter gegen Alex King ein Unsportliches Foul verhängt hatten, erhielt der Power Forward für seine Proteste ein Technisches Foul.

Die Deutschen, die zumeist in einer Mann-gegen-Mann-Verteidigung agierten, bekamen die starken lettischen Werfer (insgesamt elf erfolgreiche Dreier) weiter nicht in den Griff. Janis Strelnieks (21 Punkte/4 Dreier), Dairis Bertans (15/3) und Kaspars Berzins (14/2) setzten mit ihren Distanzwürfen immer wieder Nadelstiche, so dass das deutsche Team zur Halbzeit mit 40:42 zurücklag. Zu diesem Zeitpunkt hatte Fleming schon allen 14 Spielern Einsatzzeiten verschafft. „Auch bei der EM werden wir unsere Bank nutzen, obwohl wir den Kader bis dahin natürlich noch auf zwölf Akteure reduzieren müssen”, sagte der Coach.

Nach der Pause teilten beide Teams zunächst kräftig aus. Pleiß und Schröder punkteten für Deutschland, doch die Letten hatten immer eine Antwort parat. Benzing nahm das Heft in die Hand und machte mit acht Punkten innerhalb von nur drei Minuten erstmals eine zweistellige Führung perfekt (61:51).

Im Schlussviertel knüpfte die deutsche Mannschaft zunächst an ihren guten Rhythmus an. Als Pleiß in der 37. Minute zum 79:64 traf, sahen die Gastgeber schon wie der sichere Sieger aus. Doch so einfach ist es im Basketball eben nicht. Lettland kam noch einmal zurück und verkürzte 11,4 Sekunden vor dem Ende auf zwei Punkte (80:82). Nun war die Stunde für den Routinier geschlagen: Nowitzki bekam den Ball und damit die Verantwortung in die Hand, wurde zweimal gefoult und stellte mit drei erfolgreichen Freiwürfen den Endstand her.

 

Deutschland: Schröder 22 Punkte//1 Dreier, Pleiß 21, Benzing 13/2, Nowitzki 11, Lo 4, Gavel 3/1, Zipser 3, Vargas 2, King 2, Zirbes 2, Giffey 1, Tadda 1, Schaffartzik, Voigtmann.

 

Fan-Reporter Arne Jürgens

 

 

ERGO-Supercup Tag 2: Deutschland ist vorzeitig Sieger des ERGO Supercups!

 

Supercup_Tag2Mit einer herausragenden Teamleistung haben die deutschen Korbjäger den zweiten Sieg beim ERGO Supercup eingefahren. Nachdem Dirk Nowitzki und Co. gestern einen umkämpften Erfolg gegen Lettland gefeiert hatten, dominierten sie am Samstagnachmittag das polnische Team mit ihrer Defensive und setzten sich verdient mit 82:69 (44:31) durch. Immer wieder zeigte Deutschland offensiv gelungene Kombinationen und schnelles Passspiel, das in freien Würfen resultierte. Insgesamt wurden 22 Assists verteilt. Durch den Sieg der Letten gegen die Türkei im zweiten Spiel des Tages steht Deutschland schon jetzt als Sieger des ERGO Supercups 2015 fest.

Besonders wichtig aus deutscher Sicht war die Performance von Nowitzki. Der 37-Jährige lieferte beim zweiten Spiel des als „Mini-EM” deklarierten Supercups mit drei Spielen gegen drei für die EM qualifizierte Teams seine beste Leistung in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft (5. – 20. September) ab. Mit 18 Punkten und sieben Rebounds war Nowitzki der beste Spieler der Partie. Auch Tibor Pleiß (16/6) und Paul Zipser (12/6) punkteten zweistellig. Für Polen hielt NBA-Star Marcin Gortat (14/8) dagegen.

Der Respekt vor dem Gegner war nach dem überzeugenden 83:73-Erfolg der Polen gegen die Türkei am Freitagabend entsprechend groß. Da Bundestrainer Chris Fleming auf den angeschlagenen Dennis Schröder verzichtete, dessen Mitwirken bei der EM allerdings nicht in Gefahr ist, kam Maodo Lo zu seinem ersten Einsatz in der Starting Five. Neben dem Point Guard begannen Zipser, Nowitzki, Pleiß und Anton Gavel für Deutschland.

Und Lo startete vielversprechend. Zweimal legte er im Pick-and-Roll für Pleiß auf, nach einem Fehlwurf des jungen Aufbauspielers tippte der Center den Ball zum 6:5 in den Korb. Auch danach versuchte Lo das Spiel an sich zu reißen, hatte aber kein Wurfglück. Pleiß machte dort weiter, wo er gegen Lettland aufgehört hatte und dominierte seinen Gegenspieler Gortat im NBA-Duell mit zehn Punkten im ersten Viertel, das mit 22:19 für Deutschland endete.

Auch Nowitki trat in der 12. Minute erstmals offensiv in Erscheinung, als er einen Sprungwurf verwandelte. Das polnische Team punktete weiter ausgeglichen und blieb bis zum 25:26-Rückstand dran. Danach folgte eine kurze Schrecksekunde: Lo griff sich an die Seite und musste ausgewechselt werden. Als Vorsichtsmaßnahme kehrte er nicht mehr in die Partie zurück. Den Spielaufbau übernahm Heiko Schaffartzik – mit Erfolg. Deutschland machte den Korb dicht, traf vorne nach Belieben und zog mit einem 16:0-Lauf auf 42:25 davon. Polens A. J. Slaughter erlöste seine Mannschaft in der 19. Minute mit einem Floater, am 31:44-Rückstand zur Pause konnte er allerdings auch nicht mehr rütteln.

Insgesamt zeigten sich die deutschen Korbjäger offensiv gereifter und in der Defensive mit höherer Konzentration. Die Polen ließen sich allerdings nicht hängen und verringerten den Rückstand bis zur 25. Minute auf 40:51. Diese Differenz blieb bis zum Viertelende bestehen (48:59).

Wie schon gegen Lettland wurde die Partie in der Schlussphase noch einmal eng. Przemyslaw Karnowskis Treffer zum 54:59 brachte Polen auf fünf Zähler heran. Nun übernahm der deutsche Go-to-Guy: Erst traf Nowitzki zwei Dreier in Serie (67:57), danach verwandelte er seinen unnachahmlichen Fadeway über den ausgestreckten Arm seines Gegenspielers hinweg. Schaffartzik legte zwei Treffer von „Downtown” hinterher – das Spiel war beim 75:65 eine Minute vor dem Ende entschieden. In der letzten Minute feierte die InselparkHalle ihre Helden mit Standing Ovations.

Deutschland: Nowitzki 18 Punkte, Pleiß 16, Zipser 12, Schaffartzik 9, Giffey 7, Voigtmann 6, King 3, Vargas 3, Benzing 3, Gavel 3, Lo 2, Tadda.

 

Fan-Reporter Arne Jürgens

 

 

ERGO-Supercup Tag 3: Drei Siege beim Supercup!

 

Sieg_SupercupKapitän Heiko Schaffartzik reckte den Siegerpokal im Kreise seiner Mitspieler in die Höhe – und das deutsche Team riss kollektiv die Arme nach oben. Dass der Jubel so unbeschwert ausfiel, war einer enormen Energieleistung im dritten Spiel gegen die Türkei am Sonntagnachmittag zu verdanken. Der EM-Gruppengegner führte das deutsche Team, das schon vorher als ERGO Supercup-Sieger feststand, in der ersten Hälfte zeitweise vor und lag mit bis zu 24 Punkten in Front. Angeführt von Schaffartzik kam der Gastgeber nach dem Seitenwechsel aber Punkt um Punkt zurück und krönte die irre Aufholjagd schlussendlich mit einem 68:66-Triumph.

Dass das deutsche Team auch beim dritten Spiel an diesem Wochenende das Parkett als Sieger verlassen würde, ahnten wohl die wenigsten der über 3400 Zuschauer in der InselparkHalle in Hamburg nach den ersten zehn Minuten der Partie. Den überragenden Frontcourt der Türken mit Power Forward Ersan Ilyasova (14 Punkte/10 Rebounds) und Center Semih Erden (17/6) bekam die deutsche Verteidigung überhaupt nicht in den Griff. Auch offensiv war nichts vom flüssigen Zusammenspiel des Vortages zu sehen. Der 10:29-Rückstand nach zehn Minuten erschreckte.

Zu allem Überfluss drehte danach auch noch Melih Mahmatoglu (17) auf. Der Shooting Guard traf vier Dreipunktewürfe in Serie und brachte Deutschland in der 14. Minute mit 24 Punkten ins Hintertreffen (14:38). Da Dirk Nowitzki das ganze Spiel über blass blieb und nur wenig auf dem Feld stand, war es an Kapitän Schaffartzik Verantwortung zu übernehmen. Seinem Dreier zum 19:40 ließ er kurz darauf zwei weitere Treffer aus dem Dreipunkteland und einen Runner folgen (27:43). Schaffartzik war es zu verdanken, dass die Deutschen zur Halbzeit nur mit 14 Punkten zurücklagen (33:47).

Danach war es Paul Zipser, der die Gastgeber wieder zurück in Schlagweite brachte. Als einzigem deutschen Spieler gelang es dem Small Forward NBA-Star Ilyasova in Schach zu halten. Nach einem von ihm erzwungenem Ballverlust drückte Zipser den Rückstand in der 27. Minute erstmals wieder unter die Zehn-Punkte-Marke (42:51). Nach Vorlage von Zipser war es Tibor Pleiß, der den 50:53-Rückstand zum Viertelende herstellte.

Von der Seitenlinie fieberten der geschonte Dennis Schröder und Nowitzki mit und feierten ihre Teamkollegen auf dem Parkett. Ilyasova und Erden erhöhten aber zunächst wieder für die Türkei (59:52). Bundestrainer Chris Fleming reagierte mit einer Auszeit und brachte sein Team zur Besinnung. Alex King verkürzte mit einem krachenden Dunking nach einem Steal auf 56:61 (36. Minute). Akeem Vargas traf einen Jumper zum 60:63, und Robin Benzing besorgte in der 40. Minute per Dreier den 65:65-Ausgleich. Als Pleiß dann nach schönem Assist von Schaffartzik die erste deutsche Führung überhaupt im Spiel besorgte, stand die komplette Halle Kopf. Zwei erfolgreiche Verteidigungsaktionen später war die gelungene Generalprobe für die EM perfekt.

Deutschland: Schaffartzik 19 Punkte, Pleiß 14, Benzing 13, Zipser 6, King 5, Vargas 4, Giffey 2, Gavel 2, Voigtmann 2, Nowitzki 1, Tadda.

 

Fan-Reporter Arne Jürgens

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