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Fan-Reporter Berlin – „Wir fahren mit einem guten Gefühl zur EM“

Fan-Reporter BerlinFür einen Sieg gegen die mit internationalen Topstars besetzte französische Auswahl hat es am Ende nicht ganz gereicht. Trotzdem präsentiert sich Deutschland angriffslustig und liefert eine ansprechende Leistung. Endstand 79:85.

„Wir wollen hier noch mal ein gutes Spiel machen, damit wir dann mit einem guten Gefühl nach Israel reisen können“ gab Guard Maodo Lo vor dem Spiel zu Protokoll. Und in der Tat, eine gute Leistung abzuliefern war im letzten Vorbereitungsspiel vor der Europameisterschaft (ab 31. August) oberste Priorität, zumal ein Sieg gegen Frankreich die deutschen Ambitionen im Moment wohl noch etwas übersteigt.

Und die Mannschaft von Headcoach Chris Fleming zeigte von Beginn an, dass sie was für ihr „gutes Gefühl“ tun wollte: Nach and-one-Korbleger von Dennis Schröder und Dreier von Voigtmann leuchtete auf der Anzeigetafel in der gut gefüllten Mercedes-Benz Arena in Berlin eine frühe 6:0 Führung (2.). In den ersten Minuten bewegten die Deutschen den Ball gut, fanden immer wieder freie Mitspieler für einen offenen Dreier und konnten in der rasanten Anfangsphase gut mithalten. Dann übernahmen die Franzosen jedoch zusehends die Kontrolle. Durch gute Cuts zum Korb, die von der deutschen Defensive immer wieder aus den Augen gelassen wurden, kam Frankreich durch Thomas Heurtel und Evan Fournier zu vielen einfachen Abschlüssen am Brett. Point Guard Dennis Schröder stimmte zu: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Baseline-Cuts zugelassen“. Die fehlende Präsenz unter dem Korb, die auch in der Woche zuvor beim Supercup in Hamburg aufgefallen war, konnte in der ersten Halbzeit auch durch Rückkehrer Daniel Theis nicht kompensiert werden, der noch zu oft Abstimmungsschwierigkeiten mit seinen Mitspielern hatte. Die Vorteile bei den Rebounds wirkten sich auch auf die deutsche Foulstatistik aus: Das deutsche Team musste die französischen Spieler immer wieder regelwidrig stoppen und erreichte die Mannschaftsfoulgrenze im ersten Viertel bereits nach fünf Minuten. Bis zur Halbzeit erarbeiteten sich die Franzosen, angeführt von NBA-Guard Fournier, eine 13-Punkte-Führung. Das deutsche Team fand keine gute Antwort auf die schnellen Pässe und präzisen Anspiele der Franzosen, die unter dem Korb immer wie ihre Big Men Diaw und Labeyrie für einfache Abschlüsse fanden; gleichzeitig fiel der Wurf von jenseits der Dreipunklinie für Deutschland nicht mehr so zuverlässig. Somit beendete Frankreich die erste Halbzeit mit einer überragenden Trefferquote von 76,9% und ging mit einer verdienten Führung in die Kabine.

Doch die Kabinenansprache von Chris Fleming zeigte Wirkung. Das deutsche Team kam aggressiv aus der Kabine, wirkte hoch motiviert und zwang Frankreich immer wieder zu Turnovern und schwierigen Würfen. Vor allem Topscorer Dennis Schröder (23 Punkte) und der Center der Boston Celtics, Daniel Theis, sorgten mit wichtigen Steals und krachenden Dunks für einige Highlights und somit dafür, dass die deutsche Mannschaft den Rückstand verkürzen konnte (61:65, 29.). Und auch in den Phasen, in denen Dennis Schröder seine Pausen bekam, zeigte der Rest des deutschen Teams seine Qualitäten: Back-up Maodo Lo nahm das Heft in die Hand, und auch Johannes Voigtmann konnte sich gut in Szene setzen. Dies hatte Schröder auch wiederholt von seinen Mitspielern eingefordert: „Ich erwarte von meinen Teammates, dass sie mit Selbstvertrauen spielen und die offenen Würfe nehmen“, gab Schröder im Interview nach dem Spiel zu Protokoll. Und auch Headcoach Fleming zeigte sich zufrieden: „Wir haben heute die Phasen, in denen Dennis nicht auf dem Feld stand, als Einheit gelöst. Diese Spieler haben alle Qualität und wir sind momentan sehr selbstbewusst“. Das deutsche Team hielt Frankreich im zweiten Spielabschnitt bei lediglich 32 Punkten und konnte auch die Reboundstatistik ausgeglichen gestalten.

Dass es dann am Ende doch nicht ganz reichte, lag an der ausgezeichneten Ausbeute von der Freiwurflinie (21/22) und der individuellen Qualität der französischen Auswahl. ZSKA-Star Nando De Colo führte die Equipe mit 20 Punkten an, auch Fournier und Thomas Heurtel punkteten zweistellig. Dazu zeigte NBA-Veteran Boris Diaw mit neun Punkten und acht Rebounds eine starke Partie. In der Schlussphase brachte Fleming noch Schütze Lucca Staiger um nochmals in Schlagdistanz zu kommen, doch dessen Dreipunktversuche fanden ihr Ziel nicht. Für das Highlight sorgten die Deutschen dann aber doch noch, als Danilo Barthel ein Anspiel von Dennis Schröder wuchtig per Alley-Oop vollendete und die Arena zum beben brachte. Das deutsche Team spielte engagiert und bot eine Leistung, die Lust auf mehr machte. Man braucht sich also nicht verstecken, wenn in drei Tagen in Israel gegen die Ukraine für Deutschland die Europameisterschaft beginnt.

Und auch die letzte offene Frage hat Fleming im Nachgang zum Spiel geklärt: Als letzter Spieler wurde Bastian Doreth aus dem deutschen Aufgebot gestrichen. Zuvor hatte noch ein Fragezeichen hinter Veteran Robin Benzing gestanden, der an einer Verletzung laborierte und gegen Frankreich noch geschont wurde, bis zum Auftakt am Donnerstag aber fit sein soll.

Für Deutschland spielten: Lo (8), Voigtmann (11), Staiger (3), Tadda (3), Theis (10), Doreth (DNP), Schröder (23), Akpinar, Barthel (12), Thiemann, Heckmann (9), Hartenstein (DNP)

Robert Leichter, Fan-Reporter

28.08.2017 | 0 Kommentare

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