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Fan-Reporter: Wahnsinns-Spiel gegen Serbien

Serbien_2Wahnsinns Spiel, Wahnsinns Stimmung: Die Halle am Berliner Ostbahnhof stand Kopf, das zweite Spiel der Deutschen war wahrlich nichts für schwache Nerven. Gegen eine extrem starke Mannschaft aus Serbien, Vize-Weltmeister von 2014, bot das Team von Coach Chris Flemming eine leidenschaftliche, geschlossene Leistung – und musste sich nur 0,9 Sekunden vor Ende geschlagen geben. Die Qualität der Serben war dann doch zu hoch, der letzte Schuss machte den Unterschied: Mit 68:66 (39:38) ging das Spiel an die Jungs vom Balkan.

„Luckily he made it.” So schlicht kommentierte der Chefcoach der Serben, Aleksander Djordjevic, den Schlussakt in einer hochdramatischen Partie: Glück gehabt. Das Spiel Deutschland gegen Serbien war langezeit ausgeglichen, bis kurz vor dem Ende sah alles nach Verlängerung aus.

Ein Spiel auf Augenhöhe gegen den aktuellen Vize-Weltmeister? Kaum zu glauben, doch was sich am Samstag in der Berliner Halle am Ostbahnhof zutrug, glich einem Basketball-Sensation. Ein Spektakel war es auf alle Fälle. Getragen von einem euphorischen Publikum zeigte die Deutsche Mannschaft um Dirk Nowitzki eine überaus starke Leistung und brachte den Favoriten der Gruppe B an den Rand einer Niederlage. Bis zum Ende fighteten die Deutschen, doch dann mussten sie keine Sekunde (0,9 Sek.) vor der Schlusssirene die bittere Pille schlucken: Den entscheidenden Treffer der Serben durch Nemanja Bjelica.

„Ein extrem schwerer Wurf über Tibor (Pleiss) hinweg, von der Baseline. Einer der schwierigsten Würfe, die es im Basketball überhaupt gibt,“ sagte Heiko Schaffartzik zu dem Schlusspunkt. Doch der Kapitän ergänzte, dass das Spiel nicht in dieser einen letzten Situation verloren gegangen sei. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, da mussten wir mehr punkten.“ Auch vor dem Ende hätten sie punkten müssen, ausreichend Chancen hätten sie gehabt: „Da müssen wir die Punkte machen,“ sagte Schaffartzik, der sich trotzdem mit der Leistung der gesamten Mannschaft sehr zufrieden zeigte: „Wir haben gezeigt, dass wir auf einem Niveau mit den Vize-Weltmeister waren.“

In der Tat. Die Partie war über weite Strecken ausgeglichen, letztlich ein Spiel mit Höhen und Tiefen: Auf starke Phasen der Deutschen Mannschaft folgten starke Phasen der Serben. Knapp ging Serbien_1es in jedem der vier Viertel zu (18:19, 20:20, 10:11, 18:18). Die Deutschen spielten mit viel Esprit, trugen ihre Angriffe leidenschaftlich vor und standen auch in der Defensive sicher. „Wir haben gesehen, dass wir das Tempo mitgehen, und dass wir Mannschaften von solcher Qualität auch schlagen können,“ nahm Paul Zipser das Positive aus der Niederlage mit. Sein Mannschaftskollege Johannes Voigtmann betonte ebenfalls die Leistungssteigerung im Vergleich zum Auftaktmatch gegen Island: „Wir wussten, dass wir uns steigern mussten, und haben das auch durch die großartige Unterstützung in der Halle geschafft,“ sagte Voigtmann. Besonders in der Defensive agierten die Deutschen wesentlich bissiger als noch in der Island-Partie, es passte einfach besser als noch am Vortag. Die Deutschen agierten geschlossen aggressiv, hielten den wuchtigen Angriffen der Serben stand, doch holten sich schnell viele Fouls. Allein Voigtmann war im zweiten Vierten schon mit vier Fouls zu Zurückhaltung angehalten.

Dennoch zeigte das Team von Coach Flemming auch in der Offensive ihre Klasse, Point Guard Dennis Schröder von den Atlanta Hawks spielte gegen Milos Teodosic, derzeit einem der besten Europäischen Aufbauspieler, war daher vermehrt in der Defensive gebunden und kam diesmal „nur“ auf elf Punkte im Vergleich zu den 15 am Vortag. Dirk Nowitzki war wieder bester Werfer seiner Mannschaft, er und Tibor Pleiss kamen beide auf 15 Punkte.

Bei all dem Positiven, was die Deutschen mitnehmen konnten, stand nach 40 Minuten doch die Niederlage zu Buche. So waren die Gesichter nicht von Heiterkeit geprägt. Stotz und Frust hielten sich in der Waage. Nowitzki brachte es letztlich auf den Punkt: „Wir haben tollen Basketball gespielt, unser Spiel super durchgezogen, dass es Spass gemacht hat, doch am ende hat es nicht geklappt: Schade!“

 

Philipp Laberenz, Fan-Reporter

06.09.2015 | 0 Kommentare

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