DER FANCLUB-BLOG

Fan-Reporter Trier: Ein ganz normales Basketballfest

Am Sonntag (17. August 2014) gastierte die deutsche Basketballnationalmannschaft im Rahmen der Qualifikation für die EuroBasket 2015 in der Arena Trier. Der Austragungsort des dritten Gruppenspiels der Gruppe C konnte nicht besser gewählt sein, denn der Gegner Luxemburg kommt quasi von nebenan. Der Kleinstaat liegt nur wenige Kilometer entfernt von Trier und hat somit ein ‚Beinahe-Heimspiel‘. Ein Versprechen für gute Stimmung? Auf jeden Fall ein Erlebnis für Jung, Alt und Jedermann!

Grauer Himmel. Kalt und stürmisch. Kein Wetter bei dem man sich gerne länger als nötig draußen aufhält. Dennoch stehen die ersten Basketball-Fans schon geduldig den Gezeiten trotzend, mehr als zwei Stunden vor Spielbeginn vor der Arena Trier und warten auf die Öffnung der Halle. Um kurz nach 17 Uhr werden die Pforten geöffnet. Schnell noch die neuste Ausgabe des DDB-Journals geschnappt und dann ab ins Innere der Halle. Sofort steigt einem der Geruch von frisch polierten Parkett in die Nase. Dieser ist aber noch weitestgehend leer. Außer ein paar Helfern, die letzte Vorbereitungen an, auf und neben dem Court treffen gibt es auf dem Spielfeld noch nicht allzu viel zu sehen. Dafür sticht einem sofort der Deutsche Fanblock ins Auge. Deutlich gekennzeichnet durch die schwarz-rot-goldenen Flaggen, die jeden der Sitze im Block bedecken. Doch nicht nur die Fans im Deutschlandblock sollen etwas zum anfeuern haben, auch auf allen anderen Plätzen liegen wahlweise Papierklatscher oder aufblasbare ‚Fanfinger‘. Für das Standard-Fanequipment ist also gesorgt. Wer noch mehr haben möchte, ist beim Fan-Shop-Stand genau richtig. Ob Bälle, Trikots, Schals, Poster oder Kuscheltiermaskottchen – es ist für jeden etwas dabei. Der meiste Andrang herrscht jedoch beim Stand daneben. Dem Fanclub-Stand. Neben drei großen Pappaufstellern von Robin Benzing, Dennis Schröder und Elias Harris in Echtgröße bietet dieser die Möglichkeit, mit neuster Technologie die maximale Anzahl der Dribblings zu messen, die man in 20 Sekunden schafft. Bei 110 oder mehr Dribblings gibt es einen Fanclub-Schal geschenkt. Dementsprechend beliebt ist die Dribbel-Station. Es wird alles probiert: Mit einer Hand, mit zwei Händen, selbst im Sitzen wird versucht einen der begehrten Schals zu ergattern.

Doch Halt! Das Prellen des Dribbel-Stand-Balles hat auf einmal ein asynchrones Echo bekommen – es tut sich was auf dem Spielfeld! Die ersten Spieler haben sich heimlich still und leise zum lockeren warmmachen in die Halle geschlichen. Erst nur die Luxemburger Mannschaft, dann betreten mit Bastian Doreth, Johannes Voigtmann und Daniel Theis wenige Zeit später auch die ersten DBB-Jungs das Parkett. Auch der Trainer der Deutschen, Emir Mutapcic, nimmt am Spielfeldrand Platz.

Eine Stunde vor Tip-off. Inzwischen ist die deutsche Mannschaft komplett und während die Spieler dabei sind zur entspannter Musik ihr Wurfgefühl zu finden, sich zu stretchen und zu dehnen, nutzen einige Fans die noch recht leeren vorderen Sitzreihen um ganz nah an ihre Helden zu kommen und das ein oder andere Foto aus der Nähe schießen zu können.

Die sowieso schon gute Stimmung bei den Fans ist mit dem Erscheinen der deutschen Mannschaft noch einmal gestiegen, die Vorfreude auf das bevorstehende Spiel ist nun deutlich spürbar. Während auf Seiten der Luxemburger Spieler die Stimmung eher konzentriert und ernst ist, wird auf Seiten der Deutschen viel gelacht und geflachst.

IMG_20140817_184438Währenddessen füllt sich die Halle so langsam. Die ersten Trommeln werden getestet, der deutsche Fanblock mit Flaggen, Schals und ähnlichem präpariert und währenddessen natürlich über das bevorstehende Spiel gefachsimpelt. „Eine klare Sache“ sollte das werden, meinte Berno, einer der Trommler, der sich selbst als „glühenster Fan, so glühend wie das innere einer Sonne“ bezeichnet.

Eine halbe Stunde vor Spielbeginn wird es das erste Mal richtig laut in der Arena Trier: Das deutsche Team kommt nach der letzten Besprechung in der Kabine eingelaufen. Die Stimmung bei der deutschen Mannschaft ist nun eine andere. Nach dem Team-Huddle am Mittelkreis wird konzentriert und dynamisch angelaufen. Die ersten Dunks sind zu sehen. Wenige Minuten vor Spielbeginn wird es dunkel in der Halle. Grelles Scheinwerferlicht leuchtet auf, Flammen schießen aus dem Boden, eine laute Stimme hallt über die Lautsprecher durch die Halle – die deutsche Mannschaft wird vorgestellt. Als die Ex-Trierer Maik Zirbes, Andreas Seiferth und Bastian Doreth einlaufen tobt die Halle. Schnell noch die letzten Getränke und Snacks besorgt, die Nationalhymnen mitgeträllert und los geht’s. Tip-off!

Deutschland, beginnend mit Kapitän Heiko Schaffartzik, Akeem Vargas, Robin Benzing, Elias Harris und Maik Zirbes, verliert den Sprungball, doch sofort setzen lautstarke „Defense, Defense“ – Rufe ein. Der deutsche Fanblock gibt von Anfang an alles, was er hat. Nach einem Dunk von Ex-Trierer Maik Zirbes erreicht die Stimmung ihren vorläufigen Höhepunkt. Trommeln, Schellen, Papierklatscher – alles wird genutzt um die DBB-Jungs anzufeuern. Doch Luxemburg zeigt sich unbeeindruckt und geht nach drei Minuten sogar mit 7:9 in Führung. Es sollte aber die erste und letzte Luxemburger Führung des Spiels sein. Nach einem erfolgreichen Dreier von Karsten Tadda in der achten Minute des Spiels liegt Deutschland erstmals mit zehn Punkten vorne. Die DBB-Auswahl spielt kontrolliert und ruhig, erarbeiten sich viele gute Würfe und bringen die Luxemburger durch ihre aggressive Spielweise schnell über die Mannschaftsfoulgrenze was wiederrum zu leichten Punkte von der Freiwurflinie führt. Das erste Viertel geht schließlich 29:17 für Deutschland aus. Das zweite Viertel beginnt wie das Erste aufgehört hat. Deutschland dominiert. Dennis Schröder schließt nach guter Penetration krachend per Dunk ab. Ein Steal, der in einem erfolgreichen Dreier von Lucca Staiger endet später, zwingt die Luxemburger dazu, beim Stand von 34:17, die erste Auszeit zu nehmen. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des jetzt schon relativ deutlichen Spielstands zugunsten der Deutschen ist die Stimmung weiterhin grandios. Die Anfeuerungen der Fans sind immer noch genauso laut wie am Anfang der Partie. Auch DBB-Maskotchen Siggi sowie die Cheerleader der ‚Galactic Dancers‘ geben in den Pausen ihr Bestes um die Stimmung weiterhin aufrechtzuhalten und noch mehr anzuheizen. Mitte/Ende des zweiten Viertels lassen es die Deutschen dann doch ein wenig schleifen: Luxemburg, die sich noch nicht aufgegeben haben, startet einen 13:2 Run. Die deutsche Mannschaft kann sich aber schnell fangen und zieht ihrerseits weiter davon. Mit 55:35 für Deutschland geht es in die Halbzeitpause.

Die Statistik spricht eine klare Sprache für die Deutschen: In allen relevanten Kategorien ist man haushoch überlegen. Eine Feldwurfquote von 80% sowie eine Dreierquote von 56% sprechen eine mehr als deutliche Sprache.

Nachdem man die Halbzeitpause genutzt hat um sich ein wenig von dem Spektakel der deutschen Mannschaft zu ‚erholen‘, man noch schnell beim Fanshop vorbeigeschaut oder den ein oder anderen Snack gekauft hat, geht es auch schon mit der zweiten Halbzeit weiter.

Deutschland beginnt mit der gleichen Starting Five wie zu Beginn des Spiels und macht schnell allen klar, dass die Show noch lange nicht vorbei ist. Die DBB-Jungs sind hellwach, sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung hochkonzentriert, der Dreier fällt weiterhin konstant und selbst wenn mal nicht getroffen wird greifen Harris und Zirbes unter dem Korb fast alles ab was geht, um anschließend selbst hochprozentig in Brettnähe abzuschließen.

Bei Deutschland geht nun alles: Staiger trifft den Dreier mit Foul, Schaffartzik düpiert die komplette Luxemburger Defense mit drei, vier schnellen Crossovern um dann anschließend locker per Korbleger abzuschließen und bei den seltenen Fehlwürfen steht weiterhin immer ein großer Mann unter dem Korb bereit den Offensivrebound zu holen und per Dunk oder Tip-in zu verwerten.

IMG_20140817_203904Ganz im Gegenteil zu den Luxemburgern – die Luft ist raus. Selbst einfache freie Korbleger werden verlegt und von außen ein Backstein nach dem Nächsten geworfen. Schlussendlich steht es nach dem dritten Viertel 82:40 für Deutschland. Das letzte Viertel beginnt mit der wohl spektakulärsten Szene des Spiels: Dennis Schröder spielt einen perfekt getimten Pass den Daniel Theis krachend per Alley-Oop-Dunk verwertet. Auf den Rängen wird derweil schon gefeiert und als Bastian Doreth per Dreier die 100-Punkte-Marke knackt gibt es noch einmal tosenden Extra-Applaus. Nach dem Schlusspfiff gibt es Standing Ovations für die deutsche Nationalmannschaft. Jeder der 3251 Zuschauer steht und feiert den letztendlich komplett ungefährdeten 109:49 Sieg der DBB-Auswahl.

Auch der Trainer Emir Mutapcic zeigt sich „sehr zufrieden“ mit der Leistung seiner Mannschaft: Die Bereitschaft seinen Gegenspieler im Eins gegen Eins zu stoppen, sei immer da gewesen, das Team hatte eine sehr gute Ballbewegung und hat sich damit sehr viele sehr gute Würfe herausgespielt. Nun sollen die nächsten Tage dafür genutzt werden, um sich auf das Spiel am Mittwoch gegen Polen in Bonn einzustellen. „Mit der gleichen Einstellung und Defense wie heute, einem guten Boxout zum Verhindern von zweite Chance Punkten und einer weiterhin gut organisierten Offense“ solle der Sieg eingefahren werden. Der Kader soll dabei der Gleiche bleiben.

Von all dem bekommen die Spieler der deutschen Nationalmannschaft schon gar nichts mehr mit. Sie schreiben, zum Teil noch weit mehr als eine halbe Stunde nach Spielende, fleißig Autogramme für die Fans. Ein durch und durch gelungener Tag für den Trainer, die Spieler, aber vor allem für die Fans, die für so eine grandiose Stimmung und Atmosphäre gesorgt haben, sodass ein ganz normaler Basketballtag in ein Basketballfest verwandelt wurde.IMG_20140817_210047

 

Robin Ahlert

19.08.2014 | 0 Kommentare

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